Erinnerungen an die geheime Arbeit

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Patenschaftsraum und die Ehemaligen des Fernmeldesektors C

Erinnerungen an die geheime Arbeit

Oberstabsfeldwebel a. D. Wolfgang Brandt, Oberstabsfeldwebel a. D. Burghardt Diers, Zivilangestellter Otto Mumdey, Stabsfeldwebel a. D. Heinz Pogrzeba und Hauptmann a. D. Klaus Schatz (von links) im „Patenschaftsraum“. Foto: kru

wieda (kru). Am 7. Juni 1967 wurde der Fernmeldeturm auf dem Stöberhai in Betrieb genommen, doch schon seit 1959 gab es in Wieda eine Dienststelle des Fernmeldesektors C. Seitdem bestand auch Kontakt zwischen Soldaten und Einwohnern. Ehen und Familien sind entstanden, gemeinsame Feste sowie Begebenheiten sind in guter Erinnerung. Was die Soldaten des Fernmeldesektors C auf dem Stöberhai taten, unterlag der Geheimhaltung. Selbst Familienmitglieder wussten nichts darüber, auch nichts über die dort vorhandene Technik. 

Ohne das Engagement einiger „Ehemaliger“ wäre das wohl auch so geblieben, denn 1991 wurde der Sektor aufgelöst. Im Zusammenhang mit der 1986 eingegangenen Patenschaft zwischen Wieda und dem Fernmeldesektor C fand sich aber die Möglichkeit, im Nachhinein zu informieren und Erinnerungen wach zu halten. Dazu kann an jedem ersten Samstag im Monat von 10 bis 12 Uhr der „Patenschaftsraum“ in der Schulstraße besichtigt werden.

Im Gebäude der ehemaligen Schule finden sich etwa 200 Ausstellungsstücke, jedes Teil ist ein Original. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Fernmeldeaufklärung, der Elektronischen Aufklärung und der Richtfunkaufklärung sowie dem Fernmelde- und Fernschreibbetrieb. Ein Teil der Geräte wurde 2007 vom Fernmeldebereich aus Trier übergeben. Weitere Exponate kamen vom ehemaligen Fernmeldesektor F aus Kötzting und gingen als Geschenke der dortigen „Ehemaligen Vereinigung“ nach Wieda.

Für den ersten Aufbau der Ausstellung haben viele ehemalige Soldaten des Sektors C auch Ausrüstungsgegenstände und Fotos zur Verfügung gestellt. Für Laien werden so arbeitstechnische Zusammenhänge deutlich. Auch heute noch wird die Ausstellung erweitert. Die Ehemaligen finden immer wieder neue Exponate. Viele Geräte gab es lediglich an fünf Standorten der Luftwaffe, sodass der „Patenschaftsraum“ Seltenes zu bieten hat. Mit dieser Ausstellung möchte man die Erinnerung an den Stöberhai erhalten und die breite Öffentlichkeit über die Arbeit informieren, die geheim verrichtet wurde, die aber keine Spionage war. Von vielen unbedarften Bürgern wurde sie jedoch so bezeichnet. Die Ausstellung ist die Einzige dieser Art im norddeutschen Raum. Da hier auch die Patenschaft mit der Gemeinde Wieda dargestellt wird, ist der „Patenschaftsraum“ auch als Bindeglied zwischen der Bundeswehr und der Gemeinde Wieda zu sehen. Wenn man sich in dieser Umgebung mit „alten Kameraden“ trifft, beginnt sofort das Erzählen. „Es sind alles nur positive Erinnerungen, die dann geweckt werden,“ so Wolfgang Brandt, Vorsitzender der „Ehemaligen Vereinigung FmSkt C“. 

Quelle: http://www.harzkurier.de

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