Aufklärung für Frieden in Freiheit

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Ehemaligentreffen des Fernmeldesektors C auf dem Stöberhai

„Aufklärung für Frieden in Freiheit“

Erinnerten an die Geschichte der „Einsatzstellung Stöberhai“: Hauptmann a. D. Klaus Schatz (l.) und Oberst a. D. Manfred R. Diehl. Foto: Michael Schaschek

Wieda (sc). Ein bisschen Wehmut kam schon auf, und selbst der Himmel zollte ein paar Tränen, als sich am Samstag am Denkmal zur Erinnerung an die „Einsatzstellung Stöberhai“ ehemalige Kameraden des Fernmeldesektors C auf dem Stöberhaigipfel trafen. Im Mai 1958 wurde durch Befehl der „Luftwaffengruppe Nord“ die „1. Fernmeldeabteilung 711“ in den „Fernmeldebeobachtungssektor C“ umbenannt – in diesem Jahr wäre also das 50-jährige Bestehen zu feiern gewesen.

 Nun, 50 Jahre nach der ersten Funkerprobungsphase auf dem Gipfel erinnert nur noch ein Denkmal an die lange Zeit hier geleistete Aufklärungsarbeit für ein Leben in Frieden in Freiheit. Hauptmann a. D. Klaus Schatz, Vorsitzender der „Vereinigung Ehemalige Fernmeldesektor C“, konnte neben langjährigen Kameraden und deren Angehörigen auch Bürgermeister Edgar Hopfstock und weitere Ratsmitglieder der Gemeinde Wieda sowie den ehemaligen Sektorchef Oberst a. D. Manfred R. Diehl begrüßen.

Oberst a. D. Diehl hielt dann auch eine mit vielen persönlichen Erinnerungen verbundene Ansprache, in der er auf seine Erlebnisse in der Stellung Stöberhai einging. Ob es die 25-Jahr-Feier des Sektors 1982 war, zu der er aus Brüssel anreiste, oder der letzte Appell im März 1993, als er, aus Moskau kommend, den Einsatzort besuchte. Viele schöne Erinnerungen seien mit der Zeit auf dem Berg verbunden. Besonders bewegend sei der letzte „Tag der offenen Tür“ in der fast zur Bauruine gewordenen Einsatzstellung am 16. Juli 2004 gewesen, als das endgültige Aus für die noch mit viel Geld erweiterte Infrastruktur feststand.

Der schwerste Moment sei die Sprengung des Turmes am 23. September 2005 für ihn und viele Kameraden gewesen, denn ein jahrzehntelanger erfolgreicher Einsatz sei sprichwörtlich in Schutt und Asche gelegt worden. Genau ein Jahr darauf, am 23. September 2006 folgte die Einweihung der Erinnerungsstätte und ein denkwürdiges Ehemaligentreffen im ehemaligen Standort Wieda. In Anwesenheit vieler Gäste – vom Minister bis zum Bürgermeister – sowie zahlreicher hilfsbereiter Wiedaer Bürger konnte damals die Patenschaft reaktiviert werden.

„Wir haben zwar unsere Einsatzstellung verloren“, so Diehl am diesem Samstag, „aber ein würdiges Denkmal auf dem Stöberhai und eine lebendige Partnerschaft und Heimat in Wieda gewonnen.“ Er übermittelte die besten Grüße von seinem fränzösischen „Chefkameraden“ Jean-René Jezequel, der zum eigenen Bedauern nicht zur Feier habe kommen können, und lud alle Anwesenden am 30. August 2008 in die „General-von-Seidel-Kaserne“ nach Trier ein – zum letzten Sommerfest, da „leider auch dort erstmals in der langen Stadtgeschichte die Garnisonslichter verlöschen werden“.

Hauptmann a. D. Schatz dankte für die Worte und gab noch einen persönlichen Hinweis: „Das einzige, was ich an unserer Zeit hier oben bemängele, ist, dass wir so geheim waren, das keiner unserer Angehörigen etwas von unserer Tätigkeit erfahren durfte, ja teilweise war es so geheim, das wir mit uns selber nicht gesprochen haben.“

Im Anschluss an die Gedenkfeier auf dem Stöberhai konnte in der ehemaligen Grundschule in Wieda der Traditionsraum der Ehemaligenvereinigung seiner Bestimmung übergeben werden. Bürgermeister Edgar Hopfstock übergab Klaus Schatz symbolisch einen Schlüssel, verbunden mit der Hoffnung, dass die Patenschaft noch lange erfolgreich bestehen und mit Leben erfüllt werde, dass der hier geschaffene Traditionsraum zur Erinnerung und zum Verständnis der Tätigkeit beitragen möge. Schatz ging auf die Ausstellungsstücke, ehemalige Ausrüstungsgegenstände, sowie den Auftrag des Sektors C ein. Es gebe jetzt, nachdem die Geheimhaltung nicht mehr nötig sei, Gelegenheit, auch einmal seinen Angehörigen und Interessierten etwas über die Tätigkeit zu zeigen und viele Missverständnisse aus dem Weg zu räumen. Man habe hier eine Heimat gefunden, um die Geschichte der Einsatzstelle Stöberhai der Nachwelt zu erhalten. Schatz dankte allen, die an der Gestaltung mitgewirkt haben, und rief dazu auf, weitere Fotos, Unterlagen oder Erinnerungen beizutragen. „Bei der Gestaltung und Ausstattung dieser Räumlichkeiten habe ich erfahren, dass Kameradschaft auch über die aktive Zeit hinaus besteht, denn jeder, den ich in irgendeiner Weise um Unterstützung gebeten habe, ist sofort bei der Sache gewesen“, so Schatz. Er dankte Oberstabsfeldwebel a. D. Burkhard Diers und Stabsfeldwebel a. D. Heinz Pogrzeba für ihre Bereitschaft, Interessierten an jedem ersten Samstag im Monat von 10 bis 12 Uhr Geschichte und Auftrag des Fernmeldesektors C zu erläutern sowie die Ausstellungsstücke im Traditionsraum in der ehemaligen Grundschule Wieda zu erklären. Zum Abschluss lud er alle Anwesenden auf den Wiedaer Grillplatz ein, um noch ein paar gemeinsame Stunden zu verbringen, Erinnerungen auszutauschen und Freundschaften zu festigen. 

Quelle: http://www.harzkurier.de

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